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Viele Aspekte beleuchtet

Ein Beitrag aus der Hersfelder Zeitung vom 18. November 2022

Zu einer abwechslungsreichen Collage im Rahmen der Lesereihe „Bad Hersfeld liest ein Buch“ hatte die Gesamtschule Obersberg eingeladen. Zwei G10-Klassen hatten den Roman „Heul’ doch nicht, du lebst ja noch“ im Unterricht gelesen und sich auf vielfältige Weise mit dem Inhalt auseinandergesetzt. Herausgekommen ist dabei ein neues Gesamtkunstwerk, wie die Leiterin des Gymnasialzweiges, Cornelia Handke, in ihrer Begrüßung erklärte.

Zur Einstimmung präsentierte der Chor der GSO/MSO unter der Leitung von Ulli Meiß den bekannten 40er-Jahre-Schlager „Lilli Marleen“ und das Friedenslied „Sag’mir wo die Blumen sind“. Anschließend führten Niklas Schwarz, Tim Gebhardt, Felix Bähr, Luca Eidam, Felix Schäfer und Jan Stiebing in den historischen Hintergrund des Romans ein: Zu historischen Filmaufnahmen berichteten sie über die verheerende Bombardierung Hamburgs, mit der erstmals eine deutsche Stadt komplett zerstört wurde.

Eine weitere Gruppe, bestehend aus Samuel Chaves Cely, Damjan Doncev, Mica Röhn, Kristian Hess, Bogdan Kovalchuk, Mia Grapengeter, Mirjam Sokoli und Karla Degenhardt hatte die Romanhandlung in einen Film umgesetzt – ein ambitioniertes Projekt, das mit viel Applaus belohnt wurde.

Es folgten Lesungen von Till Orleshausen, Nelli Leinweber, Mia Grapengeter, Karla Degenhardt, Lara-Luisa Rühl, Jonas Diebel und Dorian Bendik. Darüber hinaus wurden die Schlüsselszenen aus dem Buch szenisch umgesetzt, so „Brotklau“ (Finn Henkel, Lars Mötzing, Nils Gernart und Jonas Bornschier), „Schwarzmarkt“ (Seraphine Schreiner, Emilia Fey, Leticia Altenburg und Fatima Arafat) und „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ (Ida Becker, Lea Stiben, Kim Tina Dehnhardt und Mara Braatz).

Begleitet wurden die Lesungen von zahlreichen weiteren Projekten, in denen der Inhalt des Romans noch weiter vertieft wurde. So hatten sich Clara Lengemann, Carolin Schuß und Kathleen Kupke auf die Suche nach Zeitzeugen gemacht, um mehr über die Hintergründe des Romans zu erfahren. Herausgekommen ist ein Video-Interview mit der Künstlerin Renate Wandel, die in Berlin aufgewachsen ist und dort die Nachkriegszeit mit der Blockade und der Versorgung durch die Luftbrücke der Alliierten miterlebt hatte.

Zum Thema Lebensmittelknappheit hatten sich auch Collien Heß, Mia Lili Lamm, Anna-Lena Schwärzle und Lea Laukart Gedanken gemacht, denn die Suche nach Brot spielt immer wieder eine bedeutsame Rolle in dem Roman. Dabei fiel ihnen die ganz unterschiedliche Wertschätzung von Brot auf: Was heute ein alltägliches Lebensmittel ist, war damals mit Geld kaum zu bezahlen und konnte den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Sie plädierten daher für einen achtsameren Umgang mit diesem wichtigen Grundnahrungsmittel und haben Rezepte gesammelt, mit denen man altes Brot noch weiterverwenden kann.

Künstlerisch hatte sich Lola Belle Loll dem Romaninhalt genähert und die unterschiedlichen Motivationen der Protagonisten in einem Bild festgehalten. Dazu trug Emilia Erhardt ein selbst verfasstes Gedicht vor.

Max Kramer, Finn Klawonn, Philipp Deiseroth und John-Eric Janzen trugen einen selbst verfassten inneren Monolog vor, in dem sie die Gedanken und Abwägungen von Hermanns Vater in einem Schlüsselereignis des Romans herausarbeiteten.

Wiederum ganz anders verarbeiteten Chiara Göbel, Luisa Suttner, Lina Raacke, Tim Bauer, Enea Sippel und Crystal Fabricius den Stoff, indem sie ihn mit einer Talkshow in die moderne Medienwelt versetzten.

Und schließlich präsentierten Marit Urbanek, Leonie Ragotzky, Miriam Sokoli, Karla Degenhardt und Mia Grapengeter einen Ausblick wie das Leben der Protagonisten nach dem Ende der Romanhandlung weitergehen könnte.

Den muskalischen Ausklang gestaltete das Lehrertrio (Tatjana Bayer, Lorena Farnung und Anne Rill), bevor sich die Gäste um viele Gedanken und Anregungen reicher auf den Heimweg machten.

 

Bild HZ web

 

Text: Hersfelder Zeitung

Foto: Philip Lingg