Ein Beitrag aus Osthessen News vom 17.6.2022
Neben der kompletten energetischen Sanierung des Gebäudes stehen der Umbau des Eingangsbereichs und einige neu geschaffene Räume auf dem Bau-Programm der Gesamtschule Obersberg (GSO). Osthessen News machte mit Schulleiterin Kerstin Glende und dem stellvertretenden Schulleiter Arne Stückradt eine Baustellenbegehung.
Seit Anfang März wird an der GSO mit schwerem Gerät gearbeitet. "Insgesamt sollen es vier Bauabschnitte sein, in denen während des laufenden Unterrichtsbetriebs gearbeitet wird", sagt Glende, aus deren derzeitigem Büro man die Baustelle direkt im Blick hat.
Die Bausubstanz stammt noch aus der Entstehungszeit der Schule in den 1970-er Jahren. 20 Jahre später wurde das Gebäude wegen zu hoher Asbestbelastung war komplett entkernt, aber die Betonpfeiler und die Fassaden wurden damals nicht erneuert. "An den Fenstern ist es im Sommer zu heiß und im Winter viel zu kalt", weiß Stückradt. Er erläutert, dass die Schule seinerzeit aus tonnenschweren Beton-Fertigteilen zusammengesetzt wurde. Diese werden nun nach und nach entfernt, so dass nur die Pfeiler stehenbleiben. "Damals war das Bauen mit Beton-Fertigteilen eine innovative Bauweise", fügt er hinzu.
Klassenräume werden größer
"Die Stützpfeiler sind im Inneren mit Metall verstärkt", sagt Stückradt. Dieses Metall kann rosten, wenn es der Witterung über Jahrzehnte ausgesetzt ist. "Darum wird die Gebäudehülle um die Pfeiler herum nach außen hin erweitert. Das ist auch ein Sicherheitsaspekt", so Glende. Und es habe den positiven Effekt, dass die Klassenräume um einige Quadratmeter "wachsen". Im Zuge dieser Arbeiten werden auch alle Fenster der GSO ausgetauscht.
Im ersten Bauabschnitt wird der Haupteingang der Schule verlegt. "In dem bisherigen Bereich, der offen, aber überdacht war, wird unsere Verwaltung Platz finden", so Glende. Auch ein Archivraum für die Schüler-Akten ist angelegt worden. Zukünftig wird die GSO auch barrierefrei erreichbar sein, denn neben dem neuen Haupteingang wird eine Rampe gebaut.
Alle Arbeiten finden im laufenden Schulbetrieb statt. "Wir haben mit den Baufirmen ausgemacht, dass sehr laute Arbeiten vor 7.50 Uhr und nach 13 Uhr ausgeführt werden", sagt die Schulleiterin. Damit ist zumindest die Haupt-Unterrichtszeit weniger durch Baulärm belastet. "Für den Nachmittagsunterricht gibt es immer die Möglichkeit, in Räume auszuweichen, die weniger lärmbelastet sind. Das gilt auch für Klassen, die Klausuren schreiben."
Flexibilität bei allen Beteiligten
In den vier Bauabschnitten wird die komplette Schule einmal im Uhrzeigersinn saniert. "Das wird einige Jahre in Anspruch nehmen", vermutet Stückradt. "Und dann soll es mit der Modellschule Obersberg weitergehen." Bauträger ist der Landkreis Hersfeld-Rotenburg. "Es werden auf kurzen Wegen pragmatische Lösungen gefunden", sagt die Schulleiterin. Denn Baustelle und Unterrichtsbetrieb sind nicht immer auf den Punkt planbar. "Aber Absprachen mit den Firmen funktionieren sehr gut." Von allen Beteiligten wird ein hohes Maß an Flexibilität erwartet", so Stückradt.
Die Arbeiten sind durch gestiegene Materialpreise und fehlendes Fachpersonal der beteiligten Firmen Verzögerungen unterzogen. "Das hat dazu geführt, dass die Arbeiten sich bereits zu Beginn um sechs Wochen verzögert haben", sagt Glende. In den hessischen Ferienzeiten wird verstärkt auf der Schulbaustelle gearbeitet. "Ob wir das Ende der Maßnahme bis zum Ende unserer Dienstzeit an der GSO erleben werden, steht in den Sternen", scherzt Stückradt.
Baustelle GSO
Stellvertretender Schulleiter Arne Stückradt und Schulleiterin Kerstin Glende vor dem neuen Haupteingang der GSO
Der Verwaltungsflur ist abgesperrt und wird umfassend saniert.
Text und Fotos: Christopher Göbel
Quelle: https://osthessen-news.de/n11688044/gesamtschule-obersberg-bekommt-ein-voellig-neues-antlitz.html