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Erst gespenstische Leere, dann ABC-Tage

Das große Interview - "Glende und Stückradt sagen!"
Dieses Schuljahr wird in die Geschichte eingehen! Das ist Lehrern, Schülern und auch Eltern längst klar. Dass in der GSO mitten im Halbjahr plötzlich „gespenstische Leere“ herrscht und „Home-Schooling“ angesagt ist, hätte sich auch die Schulleitung bis zum März nicht vorstellen können.
Was es für eine Schule bedeutet, plötzlich zu schließen und in Zeiten einer Pandemie wieder schrittweise zu öffnen, erklären Schulleiterin Kerstin Glende und ihr Stellvertreter Arne Stückradt im Interview.

Wann erreichte Sie die Nachricht, dass die Schulen schließen müssen?
Hr. Stückradt: Wir haben es wie der Rest der Bevölkerung erst durch die Pressekonferenz am Freitag, dem 13. März um 17 Uhr erfahren.
Fr. Glende: Dann haben wir natürlich gleich miteinander telefoniert. Am Samstag trafen wir uns zunächst mit den Schulleitungen der Verbundschulen, dann mit unserem ganzen Schulleitungsteam an der GSO, um zu klären, wie es nun weitergeht. Auf solche Situationen ist man nicht vorbereitet. Das gab es noch nie! Und wir mussten handeln bevor irgendwelche Vorgaben kamen.
Hr. Stückradt: Wir überlegten, was es für Schüler und Eltern bedeutet jetzt zuhause zu lernen. Wir sind schließlich selbst Eltern und konnten uns vorstellen wie schwierig das wird.
Fr. Glende: Uns war wichtig, allen eine verbindliche Struktur vorzugeben, die die Eltern nicht überfordert.
Wie fühlte es sich für Sie an, dass die Schule wochenlang geschlossen war?
Fr. Glende: Total komisch. Im Büro merkt man es nicht so und wir hatten weiter Schulleitungssitzungen. Aber wenn man durchs Schulhaus gegangen ist.
Hr. Stückradt: Ja, die Leere in den Gängen war gespenstisch! Mit Zollstöcken sind wir in die verlassenen Räume gegangen, um zu messen wie viele Tische dort jeweils können.
Von Beginn an galt an unserer Schule: Mund-Nasenschutz tragen ist Pflicht!
Fr. Glende: Für uns war die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts entscheidend. In den Klassenräumen ist das Abstand halten und die Belüftung, die ja viel wichtiger sind, möglich. Aber auf den Gängen nicht.
Nun wurden die Klassen dreigeteilt, es gibt ABC-Tage. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Lösung, die nun ermöglicht, dass Unterricht wieder in allen Klassen stattfindet?
Fr. Glende: Klar könnte man sagen: Was sind schon noch 9 oder 10 Tage Unterricht, die jeder Schüler nun noch bis zu den Sommerferien in die Schule geht? Aber es geht dabei gar nicht darum, dass in diesen Tagen noch so viel wie nur möglich gelernt oder nachgeholt wird. Viel wichtiger sind jetzt die sozialen Kontakte. Dass man etwas erklären und besprechen kann und sich der Normalität wenigstens etwas annähert.
Wird die Pandemie unser Schulleben langfristig ändern?
Hr. Stückradt: Schule wird digitaler werden. Nur leider fehlt uns dazu bisher noch die nötige Ausstattung. Wir brauchen WLAN im ganzen Schulgebäude und die entsprechende Hardware. Wir versuchen Druck zu machen, aber wie so oft hängt es an der Bürokratie, die alles verlangsamt.
Fr. Glende: Ich fände es schön, wenn wir aus der Krise lernen uns wieder mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aufeinander zu achten, solidarisch miteinander umzugehen - dass das wichtiger ist als so mancher Schulstoff, sollte uns jetzt bewusst werden.
Was wünschen Sie sich für das neue Schuljahr?
Hr. Stückradt: Ich hoffe, dass wieder Normalität einkehrt.
Fr. Glende: Ich hoffe auch, dass der gewohnte Schulalltag wieder möglich wird. Die nächsten Wochen werden es zeigen. Wir werden Schüler, Eltern und Kollegen auch in den Ferien über die Homepage und per E-Mail informieren, sobald es Neuigkeiten gibt.

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